Volles Haus in Augsburg. Über 230 Teilnehmer waren zur Tagung „Fassade 16“ angereist.  (Quelle: FASSADE)

Unter dem Titel „Opake Fassadenflächen – Konstruktion, Bauphysik, Abwicklung" fand am 25. Februar 2016 in der Handwerkskammer Schwaben in Augsburg der Fachkongress „Fassade 16“ des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg statt.

Die Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Krön und Prof. Dr.-Ing. Armin Schwab hatten zusammen mit ihren Kollegen Prof. Werner Jager, Prof. Timo Schmidt und Prof. Manfred Schnell auch bei der bereits 11. Auflage der Veranstaltung ein spannendes Fachprogramm zusammengestellt.

Übertragung textiler Strukturen auf Gebäudefassaden

Kernidee war es, den Planungs- und Bauprozess für opake Fassaden aus der Perspektive verschiedener Beteiligter – von der Forschung über die Architektur bis hinein ins technische Detail bei der Fassadenmontage – darzustellen. Nach der Begrüßung der über 230 anwesenden Fassadenexperten und der Einführung durch Moderator Prof. Dr. Timo Schmidt (Hochschule Augsburg) machten die beiden Architekten Matthias Haber und Markus Schubert vom Büro HildundK den Einstieg. In ihrem Vortrag „Kleidungsstücke" erläuterten sie die Übertragung textiler Strukturen auf Gebäudefassaden – zum Beispiel das Motiv des Flechtwerks bzw. der Webung an der Fassade des AGFA Hochhauses in München.

Prof. Dr. Philipp Leistner von der Universität Stuttgart widmete sich im Anschluss dem Thema „Fassaden und Akustik im urbanen Raum“ und wies darauf hin, dass Fassaden entscheidend zur Reduzierung des Lärmpegels in Städten beitragen können. Über den Einsatz schallabsorbierender Materialien – zum Beispiel einer offenporösen Schicht wie Holzwolle mit entsprechender Abdeckung – ließen sich signifikante Verbesserungen erzielen. Dabei appellierte Prof. Leistner vor allem daran, das Thema Akustik nicht zu vernachlässigen und stattdessen frühzeitig in die Gebäude- und Fassadenplanung einzubeziehen.

Überhitzungen in Städten reduzieren

Danach referierte Prof. Dr. Werner Jager über die thermische Wirkung von Fassaden im urbanen Raum und Innenraum. Seine Kernaussage: Die Fassade kann aktiv dazu beitragen, Überhitzungen in Städten zu reduzieren, wenn geeignete Elemente bzw. Oberflächen eingesetzt werden. Als Beispiele nannte der Referent unter anderem photokatalytisch wirkende Oberflächen, elektrochrome Fassaden, Fassadenbegrünungen oder auch den Einsatz von Phasenwechselmaterialien in Fassadenelementen. Aus der Perspektive des Tragwerkplaners blickte Dr. Nobert Rehle auf das Thema „Standsicherheit von VHF“ und zeigte dabei vor allem verschiedene Befestigungslösungen für schwere, vorgehängte Betonelemente auf.

Nach der Mittagspause stand der Praxisbezug im Vordergrund. Christian Dworski, Prokurist der JH Development GmbH, schilderte seine Erfahrungen bei Ausschreibung und Vergabe von Fassadenleistungen und wies anhand des Beispielprojekts "Schwabinger Tor/München“ auf Fallstricke und Lösungsmöglichkeiten hin.

Im Anschluss erläuterte Markus Erhardt (Hemmerlein Ingenieurbau GmbH) ausgeklügelte Montagetechniken von tonnenschweren Fassadenelementen aus Sichtbeton. Dr.-Ing. Martien Teich (seele GmbH) stellte opake Fassadenanteile im integrativen Glas-Sandwichelement vor, und Prof. Dr.-Ing. Christian Schuler (Hochschule München) bereicherte den Beitrag mit neuesten Ergebnissen aus dem Testlabor. Abschließend zeigte Thomas Töpfer (Rieder Group) variantenreiche Einbauoptionen von Faserbeton als Gebäudehülle im vorgehängten hinterlüfteten System.

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Die nächste Veranstaltung des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg ist das offene Seminar beim Zertifikatsstudiengang Fachingenieur Fassade am 15. und 16. April 2016. Am 29. und 30. April 2016 findet das IBI-Seminar „Die Praxis des Gerichtssachverständigen“ statt. Anmeldung und Info unter www.hs-augsburg.de/ibi/

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