22.06.12

Schüco blickt auf schwieriges Jahr zurück

Die Unternehmenszentrale in Bielefeld (Bild: Schüco International KG)

Von: JM

Nachdem die Schüco Gruppe 2010 umsatzmäßig das beste Jahr der Unternehmensgeschichte erzielt hatte, war 2011 - nach Unternehmensangaben vor allem bedingt durch die Fukushima-Katastrophe, die schleppend vorankommende Energiewende und die europäische Finanzkrise - ein schwieriges Jahr. Der führende Anbieter von Aluminium-, Solar-, Stahl- und Kunststoffsystemen für innovative und energieeffiziente Gebäudehüllen 2011 verzeichnete mit 2,23 Milliarden EUR (Vorjahr 2,38 Milliarden EUR) den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Dies entspricht einem prozentualen Rückgang von -6,6 % gegenüber 2010. Fast 50 % des Umsatzes wurden im Ausland erzielt.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 61,7 % auf 65,3 %. Die Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt steigerte sich von 5.250 auf rund 5.400 (+3,2 %), davon waren in Deutschland 3.820 (+2,4 %) beschäftigt. Die Investitionen beliefen sich auf 53 Millionen EUR. Größtes Investitionsvorhaben war der Erweiterungsbau des Schüco Technologiezentrums in Bielefeld.

Regionen und Sparten weiterhin uneinheitlich

Wichtigster Umsatzträger blieb erneut der Metallbau, der mit 1,2 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 2,7 % erzielte. Auch der Kunststoff-Bereich konnte mit einem Wachstum von 6,8 % auf fast 220 Millionen EUR seine Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben. Solar hatte dagegen mit extrem sinkenden Preisen und fehlender Nachfrage in Teilen von Europa zu kämpfen und fiel nach einem Umsatz von über 1 Milliarde EUR in 2010 auf knapp 850 Millionen EUR (-19,0 %) zurück.

Erfolgsfaktoren für den Bereich Metallbau war die gestiegene Nachfrage in Europa und den internationalen Märkten. Besonders galt das für die nordischen Länder und Osteuropa, sowie die Türkei, Russland und China. Außergewöhnliche Erfolge für die Sparte Kunststoff wurden in Polen, Russland und in den Benelux-Staaten erzielt. Schüco Solar wuchs zwar mengenmäßig in der Photovoltaik um 10 %, musste aber aufgrund eines rund 40%igen Preisverfalls bei Modulen einen Umsatzrückgang hinnehmen. Besonders betroffen hiervon waren auch die Dünnschichtproduktionswerke in Osterweddingen und Großröhrsdorf. Die Anlagen wurden angesichts der zukünftigen Erwartungen in zweistelliger Millionenhöhe wertberichtigt. Darüber hinaus konnten die stark wachsenden Solar-Märkte Benelux, Großbritannien und Griechenland die Schwäche der 2010 noch so starken Länder wie Deutschland, Italien und Frankreich nicht kompensieren.

Ausblick 2012

Für Schüco begann das Jahr 2012 verhalten und je nach Sparte weiterhin äußerst unterschiedlich. Im Metallbau stehen die Konzentration auf das Stammgeschäft, der Ausbau der Marktanteile in Europa und das Erschließen der geographisch weit auseinander liegenden Wachstumschancen in den internationalen Märkten im Focus. Deshalb ist Schüco jetzt u. a. in Indien mit einer neuen Markt- und Produktstrategie gestartet, um mit einer speziell darauf ausgerichteten Vertriebsstruktur erste Umsatzerfolge zu erzielen Kunststoff hat seinen erfolgreichen Weg mit konsequentem Focus auf Kosten und individuell zugeschnittener Marktbearbeitung weiter fortgesetzt und profitiert insbesondere von der hohen Nachfrage in Deutschland, den Benelux-Staaten, Russland und Italien.

Aufgrund der seit Beginn des Jahres veränderten Förderquoten in einigen europäischen Ländern musste die Sparte Neue Energien (Strom – Wärme – Management) einen zweistelligen Umsatzrückgang gegenüber Vorjahr hinnehmen. In Märkten wie Frankreich, Italien, den Benelux-Staaten, Großbritannien und Griechenland fehlen die Absatzmengen des Vorjahres. Darüber hinaus haben sich die Durchschnittspreise insgesamt noch weiter reduziert. Sollte die von der deutschen Bundesregierung bereits im März verabschiedete Änderung des erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unverändert in Kraft treten, wird dies sehr große Anforderungen an die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarindustrie mit sich bringen. Nachdem bereits in 2011 Preissenkungen von bis zu 40 % durchgeführt wurden, kommen erneut Absenkungen in erheblicher Größenordnung auf die Branche zu. Diese Situation bedeutet einen tiefen Einschnitt in die Wirtschaftlichkeit.

Im Gegensatz zu vielen Marktteilnehmern in der Solarbranche kann Schüco die notwendige Konsolidierung des Solargeschäfts auf der soliden Basis einer hohen Eigenkapitalausstattung und der nachhaltig erfolgreichen Sparten Metallbau und Kunststoff bewältigen. Aus der Konsolidierungsphase wird Schüco mit seinen drei Sparten durch neue Ideen, neue Kunden und neue Märkte gestärkt hervorgehen.

www.schueco.de


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