Gartner vollendet höchsten Wolkenkratzer Europas

Mit einer Höhe von 462 Metern ist das Lakhta Center in St. Petersburg das höchste Gebäude Europas. Nun wurde die Spitze aus Edelstahl des deutschen Fassadenbauers Gartner auf den Turm gesetzt.

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Fassadenbauer Gartner hat die 13 Meter hohe Spitze des Lakhta Centers montiert. (Foto: © Lakhta)

Mit seiner gebogenen Glasfassade dreht er sich wie eine Nadel gleichmäßig in die Höhe. Gläserne Atrien an den fünf Außenkanten lassen sich natürlich belüften und sollen zusammen mit weiteren energiesparenden Techniken das Gebäude zu einem Green Building machen.

Aus Aluminium, Stahl und kalt gebogenen Gläsern verkleidete die Josef Gartner GmbH aus dem bayerischen Gundelfingen das Lakhta Center mit einer rund 100.000 m² großen Fassade, was etwa der Größe von 14 Fußballfeldern entspricht.

Einzigartige Geometrie

Mit einem Turmdrehkran wurde die rund zehn Tonnen schwere und 13 Meter hohe Turmspitze mit einer LED-Beleuchtung, einem Flugwarnlicht sowie einer Heizung gegen Eis montiert. In Gundelfingen hatte Gartner sie in Kooperation mit der Edelstahl-Mechanik in Göppingen aus bis zu acht Zentimeter dicken Edelstahlblechen gefertigt.

Diese Formbleche wurden laser- und wasserstrahlgeschnitten und dann zu einer komplexen Konstruktion geschweißt und verschraubt. Mit Sondertransporten wurden die 7,6 Meter lange obere Spitze und die 5,3 Meter lange untere Spitze dann auf zwei LKWs nach St. Petersburg gefahren.

Die dynamische und schlanke Form des neuen Wolkenkratzers wird durch eine einzigartige Geometrie erzeugt. Der von den Moskauer Architekten Gorproject SAO entworfene Turm erreicht in der Mitte seine größte Breite und läuft dann spitz zu. Jedes der 110 Geschosse hat also eine andere Größe.

Homogen und elegant

HandwerkSein Grundriss basiert auf fünf Flügeln, die sich um einen runden Kern drehen. Zudem sind seine Geschossdecken um 0,82 Grad zueinander verdreht. Trotzdem scheint sich der Turm, der eine Bruttogeschoßfläche von rund 163.000 m² bietet, homogen und elegant in die Höhe zu schrauben. Ermöglicht wird dieser Effekt durch eine Fassade mit kalt verformtem Glas, das bis zu 40 mm gebogen ist.

Das Lakhta Center entsteht auf einer Grundfläche von 170.000 m² direkt am Finnischen Meerbusen in dem rund zehn Kilometer nord-westlich vom Stadtzentrum St. Petersburg entfernt liegenden Primorsky Diskrict. Als modernes Geschäftszentrum mit vielen öffentlichen Funktionen soll es den Kern einer neuen City bilden, um das historische Stadtzentrum zu entlasten.

Fassade spielt eine Schlüsselrolle

Bei der angestrebten Zertifizierung mit dem internationalen Nachhaltigkeitslabel LEED in Gold spielt die Fassade mit ihrer hohen Wärmedämmung, der verbesserten Tageslichtnutzung durch eine Panorama-Verglasung und einer natürlichen Belüftung eine Schlüsselrolle.

Große parallelogrammförmige Fassadenelemente verleihen dem Wolkenkratzer eine sehr hohe Transparenz. In den unteren Geschossen neigt sich die Fassade mit ihren 2,8 x 4,2 m großen Einzelelementen nach außen, in den oberen nach innen. Jedes der über 16.000 Fassadenelemente ist einzigartig und unterschiedlich groß oder verdreht.

Gläserne Atrien erstrecken sich an den fünf Außenkanten jeweils über zwei Geschosse, die über zwei öffenbare Flügel natürlich zu belüften sind und als Kommunikationszonen dienen. Das Lakhta Center ist damit eines der höchsten Gebäude weltweit mit der Möglichkeit zur natürlichen Belüftung.

www.lakhta.center/en
www.josef-gartner.de

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