Sonntag, 19. November 2017
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A|U|F e.V.: Flächendeckender Erfolg

Die Aluminium-Recyclinginitiative A|U|F e.V. hat bei ihrer 7. Mitgliederversammlung in Rosenheim wesentliche Weichen für die Zukunft gestellt.

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Teilnehmer der A|U|F-Mitgliederversammlung 2017 in Rosenheim (Foto: © A|U|F))

"Wir schaffen es, in diesem Jahr ein Drittel des am Bau anfallenden Aluminiumschrotts einer energieeffizienten und ressourcenschonenden Wiederverwertung für Fenster, Türen und Fassaden zuzuführen", so Walter Lonsinger, Vorsitzender der A|U|F.

Die Zahl der Mitgliedsunternehmen, die sich für den Materialkreislauf einsetzen, ist auf 186 angewachsen. Neben der Vorstellung des Jahresberichtes und der Ziele für 2018 kündigte Lonsinger umfangreiche Aktivitäten im kommenden Jahr an.

Ergebnisse können sich sehen lassen

"Die Ergebnisse unserer Arbeit können sich sehen lassen – mit dem Wertstoffkreislauf für Aluminium aus Bauanwendungen konnten wir wieder etliche Vorbehalte gegenüber der Verwendung dieses Leichtmetalls für Bauvorhaben ausräumen", erklärte Walter Lonsinger.

Mit fundierter Aufklärung und verstärkten Hinweisen auf die ökologischen Vorteile des Materials konnte man punkten und hatte bei Fachgesprächen im Bundesumweltministerium (BMUB) Gelegenheit, konkrete Zahlen zu präsentieren. "Ebenfalls gelohnt hat sich unsere Teilnahme an Runden Tischen zu den Themen Ressourceneffizienz und Nachhaltiges Bauen – wir haben viel erreicht."

Branche an "Modul D" gescheitert

Lediglich beim sogenannten "Modul D", das im Rahmen der Norm EN 15804 die Möglichkeit bietet, die Vorteile einer Wiederverwertung von Aluminium am Ende der Nutzungsphase in die Umweltprodukterklärung einzubeziehen, ist die gesamte Branche gescheitert. "Seit Ende 2016 ist diese Möglichkeit weggefallen, und die Wiederverwertung darf nicht mehr in die Produktbewertung und die EPD,s eingerechnet werden", bedauerte Lonsinger.

Allerdings sind auch andere Werkstoffe von dieser Tatsache betroffen. Für die Recyclinginitiative sei es deshalb wichtig, die Arbeit fortzusetzen und zum Erfolg zu führen. Dazu gelte es vor allem, den Kreislauf für Produkte aus dem Baubereich lückenlos zu dokumentieren.

Steigerung von 3400 Tonnen

"A|U|F hat im ersten Halbjahr 2017 knapp 15.500 Tonnen Aluminium dem Materialkreislauf zugeführt - gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist das eine Steigerung von 3400 Tonnen", so Lonsinger weiter.

Mit dem Sammeln von alten Bauelementen, Fenstern, Türen und Fassaden und der Rücknahme von anfallenden Produktionsschrotten schaffe man es in diesem Jahr erstmals, dass ein Drittel der über A|U|F gesammelten Schrotte wieder zu neuen Bauprodukten werden. "Wir sind stolz darauf, diese Marke erreicht zu haben – schließlich sind die Legierungen der Aluminiumprofile aus dem Bau für andere Anwendungen ein überaus begehrtes Material."

Flächendeckende Sammelstellen

Zu den Mitgliedern der Recycling-Initiative zählen 140 Metallbauer und zehn Systemhäuser. Ferner haben sich neben zehn Zulieferunternehmen und neun Umweltpartnern auch 26 Planungsbüros zu einer Mitgliedschaft entschlossen. Bei Bauvorhaben nehmen die Planer großen Einfluss auf die Wiederverwendungsmöglichkeiten von Baustoffen, weiß der A|U|F-Vorsitzende: "Wir haben dazu umfangreiche und geprüfte Ausschreibungstexte vorbereitet, die unseren Mitgliedern und ausschreibenden Stellen jederzeit zur Verfügung stehen."

Mit zwei neuen Umweltpartnern – der Containertransporte Wesseler GmbH, Melle, und der Heinrich Hark GmbH & Co. KG, Hamm – verfügt A|U|F nun über neun zertifizierte Umwelt-/Recyclingpartner, die mit ihren Niederlassungen und mehreren autorisierten Schrott-Unternehmen flächendeckend über 230 Sammelstellen in Deutschland betreiben.

Rückblick und Perspektiven

Walter Lonsinger berichtete über seine Arbeitsschwerpunkte der letzten Monate und wies auf geplante Aktivitäten hin, die für das kommende Jahr 2018 anstehen:

– Mit Erfolg wurde und wird der Politik-Dialog fortgesetzt, den A|U|F rund 230 Bundestagsabgeordneten angeboten hat. 2017 fanden fünf Gesprächsrunden statt, die zusammen mit Bundestagsabgeordneten bei A|U|F-Mitgliedsbetrieben durchgeführt wurden. Die Gespräche verbessern die Sachkenntnis bei den Politikern. Im persönlichen Dialog lassen sich die Notwendigkeit einer nachhaltigen Ressourcen- und Umweltpolitik sowie deren Potenziale untermauern. Das Dialog-Programm soll fortgesetzt werden, sobald sich eine neue Regierung konstituiert hat. Über die Dialog-Reihe wurde umfangreich in regionalen und überregionalen Medien berichtet.

– A|U|F will sich 2018 mit einem völlig neuen Internet-Auftritt präsentieren. Mit mehr Service und übersichtlich gestalteten Bereichen sollen Partner und Mitglieder, aber auch neue Interessenten angesprochen werden.

– Auch die Fachgespräche im Bundesumweltministerium und die Teilnahme an den Runden Tischen werden weitergeführt, um die Ziele und Anliegen der Recycling-Initiative in politischen Gremien wirkungsvoll zu verankern.

Öffentlichkeitsarbeit intensiv fortführen

Weitere Schwerpunkte sieht Lonsinger in Gesprächen und der Zusammenarbeit mit Verbänden wie beispielsweise VFF, GDA, EA, AluCH oder Rewindo. Geplant ist eine aktive Beteiligung an der "Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft" (IRBau).

"Natürlich werden wir auch weitere Mitglieder für A|U|F gewinnen und die Öffentlichkeitsarbeit intensiv fortführen", kündigte Walter Lonsinger an. "Dazu bitte ich die Mitglieder um Unterstützung, wir suchen immer nach Referenzobjekten, mit denen wir den Wertstoffkreislauf darstellen und präsentieren können. Ich freue mich auf die kommenden Monate."

Nur ein Wechsel im Vorstand

Für die geleistete Arbeit zollten die Mitglieder dem Vorsitzenden hohe Anerkennung: "Die erreichten Ziele sind im Wesentlichen auf das große persönliche Engagement und den enormen Einsatz von Walter Lonsinger zurückzuführen", stellte ein Teilnehmer fest.

Im Vorstand gab es nur einen Wechsel: Dipl.-Ing. Jürgen Eick (Drees & Sommer Advanced Building Technologies GmbH, Stuttgart) übernimmt den Posten von seinem Vorgänger Valentin Brenner, der das Unternehmen verlassen hat.

www.a-u-f.com

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