Montag, 11. Dezember 2017
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"Familientreff" in Wiesbaden

Neuestes rund um die Fassadentechnik erfuhren am 16./17.11. in Wiesbaden-Niedernhausen mehr als 290 Experten aus der Fassadenbranche bei der Tagung des Verbandes für Fassadentechnik e.V. (VFT).

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Hugo Philipp begrüßte die anwesenden Fassadenexperten in Wiesbaden-Niedernhausen. (Foto: © FASSADE)

Neben der Fassadensanierung standen dabei funktionale Fassaden mit Lichttechnik sowie der effektive Sonnenschutz an der Fassade im Fokus.

In seinen einführenden Worten wies Hugo Philipp (1. Vorsitzender VFT) unter anderem auf die florierende Baukonjunktur hin: "Die Branche boomt und die Fassadenindustrie ist gut beschäftigt."

Dr. Rainer Koch macht den Auftakt

Den Start ins Vortragsprogramm machte wie in den Vorjahren Dr. Rainer Koch. Dabei beleuchtete der Rechtsanwalt die Honorierung des Fassadenplaners bei Bestands- und Sanierungsmaßnahmen und erläuterte dabei unter anderem auch die Zusammenhänge und Überschneidungen mit der HOAI sowie die Abgrenzung des Honorars bei den "Besonderen Leistungen".

HandwerkRichard Weiß (InnoAction GmbH) und Dr.-Ing. Werner Jager (ai3 architecture) stellten die Fassadesanierung des erst zwei Jahre zuvor fertiggestellten Kleist Museums (Limburg) im Detail vor. Problem hier: Massiver Kondensat-Auftritt an Position 2 in nahezu allen dort verbauten Verbundfenstern.

Dabei erläuterten die Experten die einzelnen Sanierungsschritte von der analytischen Bestandsaufnahme über die Sanierungsplanung und Durchführung bis zur abschließenden Qualitätskontrolle mit Dokumentation.

"Oberflächensanierung von Metallfassaden"

Im Anschluss stand das Thema "Oberflächensanierung von Metallfassaden" auf dem Programm. Zunächst stellte Hans Dieter Wahl (HD Wahl) die unterschiedlichen Verfahren der Oberflächensanierung vor und betonte dabei immer wieder, dass "billig" langfristig meist nicht "gut" ist. Dipl.-Ing. Hans Pfeifer zeigte die Möglichkeiten und Vorgehensweisen bei der Sanierung verschiedener Oberflächen aus Aluminium und Stahl auf.

Fassadenplaner Dipl.-Ing. Matthias Macht (FMM Fassadentechnik) erläuterte das spannende Sanierungsprojekt der Hauptpost (ThePost) in Leipzig – hier waren seitens des Bauherrn erhöhte Anforderungen an den Denkmalschutz zu erfüllen und somit kreative technische Lösungen gefragt. Auch die Diskrepanz zwischen 50 Jahre alter Bausubstanz und den aktuellen Anforderungen an Schall-/Wärme-/Brandschutz und sommerlichen Wärmeschutz stellte eine besondere Herausforderung dar.

Energetische Sanierung von VHF

Am Nachmittag berichteten Matthias Dold (Gutmann AG) über Fenster und Fassaden mit Baubronze und stellte dabei die unterschiedlichen Oberflächenqualitäten und Anforderungen an das kunstvoll anmutende Material vor. Werner Tober (ebenfalls Gutmann AG) nahm Fensterbankanschlüsse im WDV-System unter die Lupe und erklärte, worauf es bei der fachgerechten Planung und Ausführung ankommt.

Zum Abschluss des Tages referierte Dipl.-Ing. (FH) Hilmar Zittlau (Hilti Deutschland) über Anforderungen, Systeme und Lösungen für die energetische Sanierung von VHF.

Standsicherheit, Feuchte- und Schallschutz berücksichtigen

HandwerkZum Start des zweiten Tages thematisierte Univ.-Prof. Dr.-Ing. Frank U. Vogdt die Fassaden-Sanierung unter dem Blickwinkel der Bauphysik. Sein Appell: Bei Sanierungen nicht nur energetische Belange berücksichtigen, sondern immer auch Faktoren wie Standsicherheit, Feuchte- und Schallschutz mit einbeziehen.

Danach referierte Nikolas Dupont (Warema) über das intelligente Sonnenschutzkonzept am exklusiven Hotel "The Fontenay" in Hamburg und zeigte dabei auf, wie mit einer Fenstermarkisen-Lösung mit Zip-Führung die hohen Anforderungen an Windfestigkeit und Brandschutz erfüllt werden konnten. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Tageslichttechnik brachte Dr.-Ing. Helmut Köster den Teilnehmern näher.

Interessante und kurzweilige Tagung

Am Nachmittag beleuchtete der Experte das Thema gemeinsam mit Alexander Kohlen (RetroSolar) erneut – diesmal anhand ausgeführter Objekte. Credo: Die Mehrkosten intelligenter Tageslichtlenkungssysteme amortisieren sich sehr schnell – dazu komme der hohe Nutzerkomfort.

Zum Ende der wie immer sehr interessanten und kurzweiligen VFT-Tagung sprach Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Krajewski (Hochschule Darmstadt) über erdberührte Bauwerksabdichtung und die Schnittstelle zur Fassade. Über Befestigungslösungen bei Sanierungen in wenig tragfähigen Untergründen berichtete abschließend Dipl.-Ing. (FH) Tobias Aumiller (Hilti).

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www.v-f-t.de

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