Montag, 10. Dezember 2018
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Fassade 18: Brennende Themen in Augsburg

"Fassaden und Feuer": So lautete das diesjährige Motto der traditionellen Fachtagung "Fassade 18" an der Hochschule Augsburg.

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Prof. Ulrich Sieberath (ift Rosenheim) referierte über die Anforderungen und Prüfmethoden im Brandschutz von Fenstern und Fassaden. (Foto: © FASSADE)

Bereits zum 13. Mal hatten die Organisatoren um Prof. Dr. Elisabeth Krön und Prof. Dr. Armin Schwab vom Institut für Bau und Immobilie zusammen mit ihrem Tagungsgremium Prof. Manfred Schnell, Prof. Dr. Timo Schmidt und Sonja Schön ein hochinteressantes Programm mit aktuellen Fachvorträgen zusammengestellt. Knapp 230 Experten aus Wissenschaft, Fassadenplanung und Fassadenbau waren der Einladung gefolgt und erlebten einen aufschlussreichen Tag.

Brandschutz "elementar wichtig"

Gleich zu Beginn schilderte Prof. Dr. Elisabeth Krön, dass vor allem der tragische Brand im "Grenfell Tower" in London der Auslöser für das Tagungsthema gewesen sei. Der Brandschutz sei "elementar wichtig" für die Fassade und stelle zahlreiche komplexe Anforderungen an alle Baubeteiligten.

Zur Bildergalerie Das unterstrich auch Dipl.-Ing. Architekt Frank Lattke im Einstiegsvortrag zum wirksamen Brandschutz im Holzbau. Dabei stellte der Referent anhand anschaulicher Referenzprojekte die TES Energy Facade als intelligente Modernisierungsmethode vor allem für die Gebäudeklasse 4 und 5 vor – die vorgestellte Fertigteilkonstruktion ermögliche einen standardisierten Bauprozess bei Skelett- und Plattenbauten.

Möglichkeiten der Brandausbreitung

Dr. Kathrin Grewolls (Ingenieurbüro für Brandschutz Grewolls) erläuterte in ihrem Vortrag zunächst die unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen der Landesbauordnungen an den Brandschutz und erörterte dazu auch die Möglichkeiten der Brandausbreitung in Fassaden. Danach stellte die Brandschutz-Sachverständige numerische Verfahren zur Simulation von wahrscheinlichen Brandszenarien bei Fenstern und Fassaden vor.

Dr. Heribert Oberhaus widmete sich im anschließenden Vortrag den Brandschutzvorgaben für opake Fassadenflächen und erläuterte dabei das Sockelbrand- und das Raumbrandszenario bei WDVS-Fassaden. Darüber hinaus sprach der Sachverständige für Schäden an Fassaden und WDV-Systemen die Brandschutz-Bestimmungen bei der VHF an.

Brandschutz von Fenstern und Fassaden

Prof. Ulrich Sieberath (ift Rosenheim) referierte über die Anforderungen und Prüfmethoden im Brandschutz von Fenstern und Fassaden und ging dabei unter anderem auf die Anforderungen an Vorhangfassaden nach MBO sowie Verwendbarkeitsnachweise und Brandprüfungen ein – zum Beispiel die Prüfung zur Verhinderung der Brandweiterleitung nach EN 1364-4.

Nach dem Mittag startete Dr.-Ing. Claus Weller mit einem interessanten Referat über Brandschutzkonstruktionen bei Türen, Fenstern und Fassaden aus PVC und berichtete dabei von zahlreichen Untersuchungen und Prüfungen. Sein Fazit: Wenn erhöhte Anforderungen an Brandschutz und Feuerwiderstand gestellt werden, ist PVC das "ungeeignetste Material". Hier mache in der Regel der Wechsel auf Aluminium Sinn.

Sichere Konstruktionen realisieren

In einem unterhaltsamen Vortrag widmete sich Prof. Michael Lange (Prof. Lange Ingenieurgesellschaft) dem Thema Brandschutzkonstruktionen bei Metallfenstern und -fassaden in Hochhäusern und erläuterte dabei vor allem die aus seiner Sicht sinnvollen Lösungen im Bereich von Vorhangfassaden. "Wichtig ist dabei nicht zuletzt auch die Planung einer vernünftigen Sprinkleranlage, denn Brände entstehen ja meist im Rauminnern", so der Experte.

Zum Abschluss der wieder einmal komplett ausgebuchten Tagung sprach Dipl.-Ing. Maximilian Ernst (Anwendungstechnik Puren) über den Brandschutz opaker Wandbekleidungen und zeigte dabei auf, wie mit Hochleistungsdämmstoffen sichere Konstruktionen zu realisieren sind.

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