Sonntag, 20. Januar 2019
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Frage 5

Wie schätzen Sie die Chancen und Risiken des BIM-Planungsprozesses ein?

Prof. Andreas Hild (Inhaber Hild und K Architekten)

Wenn es nicht in absehbarer Zeit gelingt, die Übergänge des Modells zwischen den verschiedenen Beteiligten, insbesondere den ausführenden Firmen, zu standardisieren, wird ein großer Teil der darin enthaltenen Möglichkeiten nicht gehoben werden können. Dann lassen sich insbesondere auch die Erwartungen, die gerade die Politik hegt, nicht erfüllen.

  HandwerkProf. Andreas Hild (Inhaber Hild und K Architekten). (Foto: © Wilfried Dechau)

Mathias Krause-Haskamp (Geschäftsführer Metall- und Elementbau HASKAMP)

HandwerkMathias Krause-Haskamp (Geschäftsführer Metall- und Elementbau HASKAMP). (Foto: © Metall- und Elementbau HASKAMP)  

Ein gut aufgesetzter BIM-Planungsprozess führt zu mehr Planungs-, Kosten- und Terminsicherheit bei allen Beteiligten. Alle am Prozess beteiligten Planer setzen jeweils auf die Vorplanung auf und Risiken und Unsicherheiten werden transparent und können frühzeitig beseitigt werden. Eine transparente und schlanke Planung führt auch dazu, dass Kosten konkret kalkuliert und erfasst werden können. Kosten, die aus Planungsthemen resultieren, können reduziert werden.

Auch die Termineinhaltung kann mit einem BIM-Planungsprozess verbessert werden. Alle am Bau beteiligten Unternehmen haben unterschiedliche Vorlaufzeiten für ihre Leistungen. Produzierende Unternehmen benötigen aufgrund Ihrer Fertigungsabläufe und der Materialdisposition einen längeren Vorlauf. Ist die Planung klar und konkret definiert, können die jeweiligen Gewerke ihre Leistungen vorbereiten und die Abläufe eintakten.

Ein Risiko sehen wir in der Mehrbelastung für die Unternehmen, die mit der Einführung des BIM-Planungsprozesses entsteht. Neben Schulungen der Mitarbeiter und IT-Infrastruktur sehen wir die Gefahr, dass Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf die ausführenden Unternehmen übertragen werden, die sie nicht leisten können und dementsprechend auch nicht vergütet bekommen. Es wird eine klare Aufgaben- und Rollenzuordnung benötigt, damit keine falschen Erwartungen und zusätzliche Risiken entstehen.


Dipl.-Ing. Architektur Holger Kreienbrink, Leitung Produktmanagement D/Ö Graphisoft Deutschland)

Ein großes Risiko sehe ich zurzeit in der Überbewertung des "BIM"-Begriffs. Denn es gibt kein allgemein gültiges BIM. Wir haben vielmehr Fachmodelle, die zusammengeführt werden. Dafür benötigten wir Übergabeszenarien und Abläufe. Das ist alles noch nicht perfekt.

Aber während man in Skandinavien beispielsweise das dank BIM Vorhandene nutzt – und sich freut, dass es besser ist als das zuvor Existierende – warten wir Deutsche auf die hundertprozentige Lösung unserer Planungsansprüche. Und das, bevor wir unseren (zugegebenerweise recht guten) Arbeitsablauf verändern.

Wir haben mit BIM die Möglichkeit, unsere Planungsprozesse zu verbessern und eine neue Wertschöpfungskette zu entwickeln. Diese Chance sollten wir nutzen.

  HandwerkDipl.-Ing. Architektur Holger Kreienbrink, Leitung Produktmanagement D/Ö Graphisoft Deutschland). (Foto: © GRAPHISOFT, München)

Ludwig Zikeli, (BIM Manager, Projektmanagement im Krankenhausbau, Hitzler Ingenieure)

HandwerkLudwig Zikeli, (BIM Manager, Projektmanagement im Krankenhausbau, Hitzler Ingenieure). (Foto: © Hitzler Ingenieure)  

Was im Maschinenbau bereits seit rund 20 Jahren gelebte Realität ist, entwickelt sich nun nach und nach im Bauumfeld. Der Planungsprozess hat sich in der Bauwelt im Laufe der letzten Jahrzehnte nur marginal optimiert, die Digitalisierung (u.a. BIM) bringt hier eine neue Möglichkeit, die Effizienz in Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden auf ein neues Level zu bringen.

Von der theoretischen Vorstellung bis zum gelebten und etablierten Prozess sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Darunter sehen wir u.a den Zeitraum, bis in Deutschland ein Standardisierungsgrad bezüglich Attributen und Modellierungsvorgaben erreicht wird. Gerade kleinere, konservative Unternehmen, scheuen sich bisher oft davor, eigene Standards zu entwickeln und proaktiv Knowhow rund um das Thema BIM aufzubauen.


Stefan Kaufmann (Product Manager BIM Strategy and New Technologies, Allplan)

Die breite Nutzung von BIM-Modellen über den Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg hat in Deutschland gerade erst begonnen. Der Wert des Einsatzes von BIM wird mit zunehmender Vielfalt der Nutzungsarten wachsen. Risiken sehe ich vor allem darin, im Bereich der Digitalisierung international den Anschluss zu verpassen. Unsere europäischen Nachbarn wie Großbritannien investieren bereits dreistellige Millionenbeträge, um eine "Leadership in Construction" zu erreichen.

In den USA formieren sich milliardenschwere Unternehmen, die ganzheitliche Wertschöpfungsketten aufkaufen, um Bauwerke effizienter und schneller erstellen zu können. In Asien gibt es Nationen, die den volkswirtschaftlichen Nutzen einer leistungsfähigeren und zuverlässigeren Bauwirtschaft erkannt haben und diese mit hohen Budgets und Tempo voranbringen.

  HandwerkStefan Kaufmann (Product Manager BIM Strategy and New Technologies, Allplan). (Foto: © Allplan)

Dipl.-Ing. Architekt Albert Borucki (Projektleiter Architektur Carpus + Partner)

HandwerkDipl.-Ing. Architekt Albert Borucki (Projektleiter Architektur Carpus + Partner). (Foto: © Carpus + Partner)  

Die Chancen: Der BIM-Planungsprozesses ist
- die logische Weiterentwicklung des computergestützten Planungs- und Bauprozesses
- die Plattform für eine echte integrale Planung
- die Basis für ein medienbruch-freie Überführung eines Bauprojektes aus der Planung über die Realisierung bis in den Betrieb und schließlich Rückbau
- erhöhte Planungs- und Kostensicherheit
- Vereinfachung der Abrechnung und Abnahme von Bauleistungen

Die Risiken:
Falsche Erwartungen an die Darstellungs- und Informationstiefe zu den frühen Leistungsphasen führen zu einer nicht beherrschbaren Informationsfülle und Terminverdichtung. Daten-Schnittstellen werden nicht genügend oder zu langsam entwickelt, sodass das Ziel Big-Open-BIM nicht erreicht wird. Closed-BIM-Lösungen erschweren die Kollaboration mit anderen Partnern der am Bauprozess Beteiligen.


Michael Reifer (Leiter Innovation, Management und Betriebsorganisation bei Frener & Reifer GmbH)

Wir sehen sehr große Chancen und Möglichkeiten mit dem BIM-Planungsprozess! Voraussetzung hierzu ist natürlich die konsequente Umsetzung der beschriebenen BIM-Methodik aller Beteiligten. Der BIM-Planungsprozess bietet nicht nur eine direktere und transparentere Kommunikation zwischen den Gewerken, sondern auch unzählige firmeninterne Optimierungsmöglichkeiten. Ein Risiko aus aktueller Sicht, besteht vor allem darin, dass derzeit BIM-Modelle größtenteils als reine Visualisierungstools dienen, um Schnittstellen (Clashs) darzustellen. Hierzu müssen auch Diskussionen weitergeführt werden, ob offene oder integrierte (Geschlossene) BIM-Methoden zielführender sind.

Insgesamt bietet die offene Methode im Hinblick auf Bauwirtschaft 4.0 größeres Potential. Ein weiteres definitives Risiko besteht in der Akzeptanz innerhalb jener Märkte, welche Projektentwicklungs-Phasen als lediglich sequenziell abwickelbare Phasen der Projektentwicklung interpretieren. In verschiedenen Ländern innerhalb und außerhalb der EU findet diesbezüglich bereits ein Umdenken statt in Richtung kooperativer Projektentwicklung vor allem bei komplexen, risikobehafteten Bauvorhaben. Mangelndes Bewusstsein und Sensibilisierungsarbeit bezüglich der beschriebenen BIM-Methodik erschwert die Einführung effizienter BIM-Prozesse.

Wenn sichergestellt wird, dass das Planungsteam in allen Phasen des Projektes vollständig ist im Sinne der jeweils zu bewältigenden Komplexitäten, wird BIM mit Sicherheit zu einem Tool zur Steigerung der Effizienz in Bauprojekten. Damit dies funktionieren kann, wird es vor allem – wie eingangs beschrieben - notwendig werden, bestehende Vergabemechanismen zu überdenken.

  HandwerkMichael Reifer (Leiter Innovation, Management und Betriebsorganisation bei Frener & Reifer GmbH). (Foto: © Frener & Reifer GmbH)

Jakob Kramer (BIM Manager, HPP Architekten)

HandwerkDr. Jakob Kramer (BIM Manager, HPP Architekten). (Foto: © HPP Architekten)  

Für uns hängt der Erfolg eines BIM-Projektes hauptsächlich vom menschlichen Faktor ab und unterscheidet sich insofern nicht wesentlich von den konventionellen Planungsmethoden. Wichtig ist, bei allen Beteiligten einen hohen Grad an Knowhow zu haben, denn nur so kann im digitalen Umfeld zielführend geplant werden.

In unserem eigenen Haus begegnen wir dieser Herausforderung mit detaillierten Firmenstandards, Modellierungsrichtlinien und Schulungen, die ständig an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Mit einem positiven Blick in die Zukunft hoffen wir, dass sich die Planungsmethode in der Baubranche flächendeckend durchsetzt und damit reibungslos angewendet werden kann.


Roman Schieber (Associate Director Knippers Helbig)

Wir haben in Zentraleuropa die weltweit beste Fassadenindustrie. Die Digitalisierung des Bauens schreitet unaufhaltsam voran – mittelfristig steht nicht weniger als die Rolle des Weltmarktführers auf dem Spiel. Im internationalen Vergleich liegt die Stärke der Fassadenplaner und Metallbauer hierzulande in der steten Innovation und der Fähigkeit mit großer Routine Sonderlösungen zu entwickeln.

In der Massenproduktion von Standardlösungen sind andere Länder und Industrien besser; das ist nicht unser Markt. Deshalb sollten wir alle gemeinsam daran arbeiten dass die Einführung flächendeckender BIM Prozesse nicht auf Kosten der Innovationsfähigkeit geht.

Es ist z.B. verlockend bei der BIM Modellierung auf Datenbanken und Standards (z.B. der Systemhäuser) zurückzugriefen, dies kann zu erheblichen Effizienzsteigerungen führen; es besteht jedoch auch die latente Gefahr dass es "bequemer" und ökonomisch sinnvoller ist, mit Standards zu arbeiten statt bekannte Lösungen zu hinterfragen und sich neue und innovativere Lösungen selbst zu erarbeiten.

  HandwerkRoman Schieber (Associate Director Knippers Helbig). (Foto: © Knippers Helbig)

Stephan Lohre (Projektpartner Tchoban Voss Architekten)

HandwerkStephan Lohre (Projektpartner Tchoban Voss Architekten). (Foto: © Bina Engel)  

Für kleinere Architekturbüros wird der Umstieg schwer zu stemmen sein. Soft- und Hardware, sowie Schulung der Mitarbeiter müssen finanziert werden. Auch müssen alle Disziplinen bis zum Bauphysiker und Freianlagenplaner erst einmal ausreichend die neuen Schnittstellen bedienen können. Eine Gefahr – auch für größere Büros – liegt in den Ansprüchen des Bauherren oder den Zusagen, besonders der Architekten, bezüglich der Kollisionsfreiheit der Modelle – diese lässt sich oft aufgrund der Restriktionen und Schwächen der Software nicht vollständig umsetzen; hier lauern höherer Zeitaufwand und Mehrkosten.

Dazu kommt der Faktor Zeit: Die Bearbeitungszeit wird durch den Umstieg nicht kürzer. Dies wirkt den Bestrebungen nach immer kürzer werdenden Planungszeiträumen natürlich entgegen. Raum für ein Pilotprojekt wird vermutlich kaum zu finden sein. Ob die Ausführenden sich im Prozess der Werk- und Montageplanung integrieren lassen, muss sich erst noch zeigen.

Eine große Chance liegt tatsächlich in der Projekterfassung als gesamtheitliches Objekt. Ob FM, spätere Umbauüberlegungen oder Vorbereitung der Projektpräsentationen – der späteren Gestaltungsvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. In den Büros ist die Entstehung einer "Zweiklassen-Gesellschaft" zu verhindern: BIM fördert den Rückkehrgedanken zur reinen Bauzeichnertätigkeit, die lediglich den Anweisung eines Planers folgt.


Knut Haufe (Teamleiter Architektenprogramm und BIM, Hörmann KG)

Wer sich mit dem Thema BIM frühzeitig auseinandergesetzt hat und heute schon "BIM ready" ist, sollte gute Chancen haben, in den nächsten Jahren Aufträge zu generieren. Risiken sehe ich vor allen Dingen für kleine Büros, die auf Grund ihres geringen Kostenrahmens Probleme bekommen könnten, die nötige Hardware und die Programme zu kaufen.

Dazu müssen dann auch noch die Mittarbeiter geschult werden, was Zeit und Geld kostet. Auf Dauer, wenn die Planungsmethode einmal etabliert ist, sehe ich vor allen Dingen erhebliche Vorteile in der Planungs-, Kosten- und Terminsicherheit mit BIM geplanten Projekten. Dies gilt nicht nur für "Großprojekte", der positive Effekt einer optimierten Planung wird sich dann auf alle Projekte auswirken.

  HandwerkKnut Haufe (Teamleiter Architektenprogramm und BIM, Hörmann KG). (Foto: © Hörmann KG)

Bernhard Rudolf (Head of Engineering/ OE-Engineering Josef Gartner GmbH)

HandwerkBernhard Rudolf (Head of Engineering/ OE-Engineering Josef Gartner GmbH). (Foto: © Josef Gartner GmbH)  

Die digitale Vernetzung der verschiedenen Beteiligten und Ausführenden am Bau auf einer gemeinsamen digitalen Plattform schafft einen Mehrwert, um Projekte qualitäts-, termin- und kostensicherer zu bearbeiten. BIM verkürzt Austauschzeiten, beschleunigt und vereinfacht Bauprozesse und erhöht die Transparenz für alle Beteiligten.

Da der Vorfertigungsgrad am Bau im Unterschied zur Industrie gering ist und sich die einzelnen Gewerke erst auf der Baustelle treffen, ergeben sich häufig Kollisionen, die sich über BIM vermeiden lassen. Allerdings sind erhebliche Investitionen in Hard- und Software und in die Qualifizierung von Mitarbeitern nötig. Entscheidend ist die kontinuierliche Pflege und Aktualisierung des digitalen Modells, das trotz großer Datenmengen noch verständlich und beherrschbar sein sollte.


Christian Glatte (Geschäftsführer Schüco Digital GmbH)

Bei Schüco sind wir davon überzeugt: Ein verbesserter Informationsaustausch mittels BIM-Planungsprozess erhöht die Planungssicherheit, stärkt die partnerschaftliche Zusammenarbeit und hilft bei der Suche nach den wirtschaftlichsten Lösungen.

Die Sorge vor zu viel Transparenz oder Know-How-"Verlusten" teilen wir nicht.

  Christian Glatte (Geschäftsführer Schüco Digital GmbH). (Foto: © Schüco International)
Christian Glatte (Geschäftsführer Schüco Digital GmbH). (Foto: © Schüco International)

Phillip Forchheim (Teamleiter KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt)

HandwerkPhillip Forchheim (Teamleiter KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt). (Foto: © Hegenberg + Sellers)  

"Wir sehen eine große Chance darin, schnell zu einem guten Ergebnis zu kommen. Dies setzt jedoch eine konsequente Umsetzung voraus. Alle am Planungsprozess Beteiligten müssen dabei mitmachen und eng zusammenarbeiten. Neben einer höheren Transparenz über Kosten und Massen hilft das BIM-Modell beim Verständnis und bei der Visualisierung der wesentlichen Anschluss- und Detailpunkte der Fassade.

Die Visualisierungsmöglichkeiten des 3D-Modells erleichtern unseren Auftraggebern auch die Entscheidungsfindung bei der Gestaltung der Fassade. Als Risiken des BIM-Planungsprozesses sehen wir vor allem die Herausforderung, die Werkzeuge optimiert einzusetzen. Bezogen auf die Planungsschritte bedeutet dies, dass das Modell jeweils die Detail- und Informationstiefe wiederspiegelt, die in der jeweiligen Planungsphase benötigt wird.

Ein weiteres Risiko ist, dass die erforderlichen Fachkompetenzen für die BIM-Methodik augenblicklich im Markt nicht in ausreichender Form vorhanden sind und man mit Projektbeteiligten zusammenarbeiten muss, die noch sehr wenig Erfahrung mit dem BIM-Planungsprozess haben."


Dipl.-Ing. Gregor Kassl (Leiter Fassadenplanung Arup Deutschland GmbH)

Der BIM-Methodik gehört die Zukunft. Denn der Einsatz von BIM-Modellen verspricht eine bessere Planungsqualität dank regelmäßiger Datenabgleiche und eine höhere Produktivität dank schnellem Zugriff auf Projektdaten. Zudem ermöglicht es mehr Transparenz in der Planung.

Nichtsdestotrotz besteht die Gefahr, dass mit dem Anstieg des Informationsgehaltes und der damit verbundenen Datenmengen die BIM-Modelle behäbiger werden. Mit Arup Street haben wir vor einigen Jahren eine digitale Plattform entwickelt, die diese sehr aktuelle Problematik umgeht. Sie basiert auf einer Spiele-Software und erlaubt eine intuitive Steuerung des Modells sowie ein schnelles Aufrufen der darin gespeicherten Projektinformationen.

Wegen der unkomplizierten Handhabung ist Arup Street ein geeignetes Kommunikationstool für Fachplaner und ihre Kunden, denn ein Modell sagt mehr als tausend Worte.

  HandwerkDipl.-Ing. Gregor Kassl (Leiter Fassadenplanung Arup Deutschland GmbH). (Foto: © Arup Deutschland)

Dr. Karoline Fath (Projektleiterin BIM-Koordination, Ed. Züblin AG)

HandwerkDr. Karoline Fath (Projektleiterin BIM-Koordination, Ed. Züblin AG). (Foto: © Ed. Züblin AG)  

Ein echter BIM-Planungsprozess mit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der gemeinsamen Erarbeitung und Pflege von Informationen reduziert durch die erhöhte Kommunikation zwischen allen Beteiligten und das gemeinsame vertiefte Projektverständnis deutlich Planungsfehler und damit verbundene Kosten.


Marc Aßmann (BIM-Planer Franken-Schotter GmbH & Co. KG)

Als größtes BIM-Risiko sehe ich die Ignoranz. Zurückblickend wurden sehr viele Innovationen in Deutschland entwickelt. Hergestellt und gelebt werden diese allerdings aktuell überwiegend in anderen Ländern!

Die BIM-Technologie in Deutschland ist weltweit ganz vorne dran – sie wird allerdings hierzulande nur wenig gelebt. Warum ist das so? Veränderungen sind nicht einfach – egal ob sie menschliche, monetäre oder zeitliche Gründe haben, wer nicht anfängt, kann auch nicht fertig werden.

Wenn wir mit BIM anfangen, brechen wir die Streitkultur in Deutschland auf und kommen so wieder in eine menschliche, partnerschaftliche und zukunftsfähige Projektabwicklung.

  HandwerkMarc Aßmann (BIM-Planer Franken-Schotter GmbH & Co. KG). (Foto: © Franken-Schotter)

Dr. Kai Oberste-Ufer (dormakaba) Fachverband Bauprodukte Digital (productsforbim.com)

HandwerkDr. Kai Oberste-Ufer (dormakaba) Fachverband Bauprodukte Digital (productsforbim.com). (Foto: © Dormakaba)  

Chancen: Für den Bauprozess allgemein sehe ich eine Verringerung der Fehler und Kosten durch die bessere Abstimmung zwischen den Gewerken über alle Bau-Phasen hinweg.

Etwas anders die Hersteller von Bauprodukten: Hier liegen die Chancen aus unserer Sicht mehr in der Optimierung der Geschäftsprozesse sowie in einer besseren bzw. schnelleren Unterstützung unsere Kunden.

Risiken: Ein sehr hohes Risiko liegt mit Sicherheit im Faktor Mensch. Man sollte nicht den Fehler machen und bei der vollständigen Digitalisierung den Anwender aus dem Auge verlieren. Im BIM Planungsprozess agieren Menschen, diese müssen ausgebildet sein, die Werkzeuge zur Umsetzung besitzen und – vielleicht am wichtigsten – Energie und Lust haben, hier aktiv mitzuarbeiten.

Ohne diese Faktoren wird die Einführung eines digitalen Planungsprozesses nicht gelingen. Speziell für die Hersteller besteht zudem das Risiko, dass durch die Digitalisierung etablierte Business Modelle überholt werden und Umsatz durch neue Anwendungsfälle erzeugt wird. Als Hersteller muss man hier entsprechend flexibel und offen reagieren, um aus dem Risiko eine Chance zu machen.


Produktmanagement Lindner Fassaden GmbH

Allgemein sehen wir durch das enge, partnerschaftliche Zusammenarbeiten und Abstimmen aller Beteiligten schon in Frühphasen des Projektes in der BIM Methode.

Risiken liegen vor allem in einer unzureichenden Festlegung bzw. Abstimmung der Rahmenbedingungen, Terminpläne und Aufgaben zu Beginn, was später zu Unklarheiten und Problemen führen kann.

  Handwerk(Quelle: © Lindner Group)

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